Fischbeker Mahn- und Ehrenmal
Inschrift am Fischbeker Mahnmal auf dem Kirchhof der Cornelius-Kirche von 1980

Um des lieben Friedens willen

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»Um des lieben Friedens willen…« ist keine schöne Redensrat. Sie klingt verächtlich und so, als ob es besser wäre, die Sache durchzufechten. Sie ist genauso falsch wie die Redensart vom »faulen Kompromiss«. Es ist die Sturheit, die faul ist. Kompromisse aber sind voller Fleiß, sind eine riesen Anstrengung und ein lobenwertes Ergebnis. Kompromisse helfen dem lieben Frieden, dem wundervollen Frieden, dem süßen Frieden, diesem allerhöchsten Gut, das keine Selbstverständlichkeit ist. Selbst 100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg ist der Frieden immer noch keine Selbstverständlichkeit.

Der Frieden braucht Anstrengung und Fleiß, Verhandlungsgeschick, die höchste Kunst der Diplomatie und Kompromisse. Der Frieden braucht auch Gottesdienste, braucht Gebete, braucht die Erinnerung und den Glauben, dass der Frieden möglich ist.

Auf dem Ehrenmal, dem Mahnmal und dem Friedensmal auf unserem Kirchhof steht seit 1980 der Satz: »Wir alle haben zu tragen an dem Leid, das auf der Welt liegt.« Und niemand hat gesagt, dass diese Last besonders leicht zu tragen wäre. Darum kommen wir am Volkstrauertag in Fischbek zusammen mit Vereinen und Verbänden, mit Politik und Kirche, mit Gemeindegliedern und Bürgerinnen und Bürgern. Wir tragen gemeinsam, wir packen mit an. Der Frieden braucht viele Herzen.

Der Gottesdienst am Volkstrauertag, dem 18. November beginnt um 10 Uhr.